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Quartalsrückblick Q2 2018: Wall Street macht sich bereit.

“Die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen belief sich auf ungefähr 4.000 Mrd. USD, was rund ein Viertel von Gold als wertsicherndes Instrument (Gold Barren, Münzen und physische Gold ETFs belaufen sich auf ca. 1,5 Bill. USD). Monatliches Handelsvolumen der an Marktkapitalisierung gemessen drei größten Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum und Ripple) hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen, von rund 5 Mrd. USD Anfang 2017 auf 550 Mrd. USD im Dezember 2017. Dies stellt beinahe die Hälfte der 1,1 Bill. USD an monatlich gehandelten Gold Futures dar. Im Januar 2018 erhöhte sich das Volumen auf rund 680 Mrd. USD.”

J.P. Morgan Perspectives 2018

Bitcoinpreis sucht seinen Boden. Inzwischen bauen die großen Spieler an der Wall Street das Fundament für ihren Einstieg. Ganz vorne mit dabei: Goldman Sachs.

Was macht jemand, der völlig isoliert in der russischen Einöde sitzt, mit wenig zu tun, aber umgeben von Supercomputern? Richtig. Er schürft Kryptowährungen. So geschehen in einem Forschungsinstitut der russischen Regierung. In Sarov, einer von der Außenwelt abgeschotteten Stadt 400 Kilometer östlich von Moskau. Dort sitzt das russische Atomprogramm. Dort wurde 1949 die erste sowjetische Bombe produziert. Und dort hat man Wissenschaftler dabei erwischt, wie sie die stärksten Rechner des russischen Staates für das Schürfen von Kryptowährungen eingesetzt haben.

Dies kam im Februar durch eine Pressemeldung der Ermittler ans Licht. Solche Fälle würden in Russlands Unternehmen, die über gute IT-Infrastruktur verfügen, inzwischen gehäuft auftreten, hieß es. Aber vielleicht haben die Wissenschaftler sich nur an die Worte von Präsident Vladimir Putin erinnert. Der sagte bei einem Besuch in Sarov 2014: „Wenn uns das Leben vor Herausforderungen stellt, dann müssen wir sie angehen, egal wie.“ Wir wissen übrigens nicht, welche Coins die Wissenschaftler geschürft haben und was mit ihnen geschehen ist. Diese Details haben die russischen Behörden leider für sich behalten.[1]

Es sind jedenfalls nicht nur russische Staatsbedienstete oder Bewohner von inflationsgeplagten Ländern wie Venezuela, die die Vorteile von Kryptowährungen für ihre eigenen Zwecke nutzen. So wurde kürzlich bekannt, dass Militärermittler an der US-Navyakademie in Annapolis, Maryland einen Drogenring gesprengt haben. Zehn Offiziere in Ausbildung hatten sich zusammengetan und ihre Kollegen am Campus mit Kokain, LSD und Ketamin versorgt. Die Drogen hatten sie, wie könnte es anders sein, im Dark Net gekauft – und angeblich mit Bitcoin bezahlt. Die Leitung der Akademie ließ einen überraschenden Drogentest für alle 4500 Auszubildende anberaumen. Die Ergebnisse dieses Tests sind aber nie bekannt geworden.[2]

 

Bitcoinpreis sucht den Boden

Wir hatten in unserem letzten Report geschrieben, dass ein Kryptowinter drohe. Die technische Analyse in Folge des Crashs Anfang 2018 hatte damals darauf hingewiesen, dass ein harter Fall auf bis zu 2.500 USD nicht auszuschließen ist. Diese Einschätzung deckt sich mit der von anderen, besonders pessimistischen Analysen. Viele suchen in den Chartbildern vom Crash ab 2013 nach Hinweisen auf die Richtung, die Bitcoin einschlagen könnte. Nachdem im Chart Mitte März ein so genanntes Death Cross zu sehen war, veröffentlichten die Analysten besonders pessimistische Prognosen.[3] Andere, wie der Krypto Hedgefonds Pantera Capital Management, gehen davon aus, dass wir den Boden von Bitcoin bei 6.500 USD bereits gesehen haben und der Preis sich bald wieder in einem Aufwärtstrend befindet.[4] Was stimmt? Das wissen wir immer erst im Nachhinein. Aber die Märkte sind unberechenbar. Und der Kryptomarkt ist besonders volatil.

 

Eine Studie der Warwick Business School hat ergeben, dass am Kryptomarkt nicht auf der Basis von Fundamentaldaten sondern ausschließlich auf der Basis von Emotionen gehandelt wird.[5] Die Studie hat Handelsdaten ausgewertet, die von April 2016 bis September 2017 reichen. Das Ergebnis macht durchaus Sinn.

Der Kryptomarkt wird bis heute von Kleinanlegern geprägt, denen meist Wissen und Daten für eine technische oder fundamentale Analyse fehlen. Außerdem sind Bitcoin und Co. noch immer so neu, dass es kaum akzeptierte Fundamentaldaten zu ihrer Bewertung gibt. Es ist allerdings auffällig, dass in den vergangenen Monaten immer mehr Notenbanker Bitcoin unter die Lupe genommen haben – und dabei sowohl die Rolle von Bitcoin als „Währung“ bestätigen konnten[6] – als auch einen „fundamentalen“ Preis von 1.800 USD (auf Basis der Mining-Kosten).[7]

Noch ist die Debatte aber offen. Das sieht auch die Warwick-Studienautorin Daniele Bianchi so: „Es ist nicht wie bei normalen Währungen, wo die Wirtschaftsleistung eines Landes den Preis beeinflusst. Stattdessen weisen sie Ähnlichkeiten zu Investments in Anteile an High-Tech-Firmen auf. “ Dieses Phänomen können auch wir immer wieder beobachten. So gibt es zwar ein experimentelles Feld der „Kryptoökonomie“. Die Köpfe hinter den verschiedenen Token versuchen Anreizsysteme zu schaffen, die Investoren anlocken können. Aber gleichzeitig werden diese Token eher wie Anteilsscheine an den jeweiligen Unternehmen oder Projekten gehandelt.

Ein wichtiger Faktor im Abverkauf der vergangenen Monate war auch der so genannte Tokio Whale. Das ist der Insolvenzverwalter der Börse Mt. Gox, deren Zusammenbruch den letzten Kryptowinter ausgelöst hatte.[8] Es ist seine Aufgabe, die noch vorhandenen Bitcoins von Mt. Gox so lukrativ wie möglich zu verkaufen. Insgesamt muss er 200.000 Bitcoins auf den Markt werfen.[9] Das tut er natürlich nicht in einem Schlag, aber Medienberichten zufolge hat der Insolvenzverwalter Nobuaki Kobayashi seit September 2017 Bitcoin im Wert von mindestens 400 Mio. USD auf den Markt geworfen. Insgesamt rund 40.000 Bitcoin dürfte er bis Anfang Februar verkauft haben. Dann sollte eine mittelfristige Erholung einsetzen, bis Kobayashi Anfang April wieder 16.000 Bitcoins für einen Verkauf auf eine Börse bewegt – und in der Folge wohl verkauft hat. Die Community beobachtet seine Wallets mit Argusaugen, denn das Schauspiel ist erst vorbei, wenn der Insolvenzverwalter alle rund 200.000 Bitcoin von Mt. Gox in „echtes“ Geld getauscht hat.[10]

 

Welche Altcoins werden überleben?

All diese Elemente führen zu einem hoch volatilen Markt. Die einzige Konstante in diesem Markt ist und bleibt Bitcoin, Altcoins wie Ethereum oder Ripple holen aber auf. Wir können nicht genau beurteilen, wo wir im Juni 2018 in Sachen Sentiment stehen. Aber erste Spuren von „Verzweiflung“ machen sich breit – in den sozialen Medien und den Foren. Unserer Meinung nach kann es erst zu einem neuen Bullenmarkt kommen, wenn alle „schwachen Hände“ aus dem Markt gespült sind. Investoren, die erst im ICO-Boom des Jahres 2017 eingestiegen sind, sollten sich vor Augen führen, dass zwar Bitcoin so einen „Kryptowinter“ bereits mehrmals überstanden hat, die allermeisten Altcoins aber bisher nicht getestet worden sind.

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs warnen deswegen davor, in einer Abverkaufsphase auf Altcoins sitzen zu bleiben. In einem Report aus dem Februar warnt der Goldman-Analyst Steve Strongin, dass ein Großteil der aktuell existierenden Altcoins komplett verschwinden könnte und durch eine kleine Anzahl an robusten Kryptowährungen ersetzt werden wird, die dann den nächsten Aufschwung anführen. „Die hohe Korrelation zwischen den verschiedenen Kryptowährungen macht mir Sorgen“, so Strongin: „Weil sie keinen intrinsischen Wert haben, werden die Währungen, die nicht überleben, wahrscheinlich auf null fallen.“[11]

Wie andere Beobachter vor ihm, vergleicht Strongin den Blockchain-Markt mit der Dot-Com-Bubble. Nur wenige der heißesten Aktien aus den späten 1990er-Jahren hätten überlebt. Aber die, die es geschafft haben, sind richtig groß geworden. „Werden aus den Kryptowährungen von heute die Amazons oder Googles von morgen entstehen, oder werden sie enden wie viele der heute eingestellten Suchmaschinen? Nur weil wir in einer spekulativen Bubble sind heißt das nicht, dass die Preise für eine Handvoll Überlebende nicht wieder steigen können. Aber gleichzeitig heißt es, dass die meisten ihre letzten Höchststände nie wieder erreichen werden.“

Es stimmt, solche pessimistischen Aussagen hat es auch zu Bitcoin schon zuhauf gegeben und sie haben sich stets als falsch herausgestellt.[12] Aber gleichzeitig haben wir und viele andere Beobachter immer vor einem bösen Ende der ICO-Manie gewarnt. Wir tendieren deshalb dazu, dem Goldman-Analysten recht zu geben. Eine Handvoll von Projekten könnte langfristig überleben, aber vielen droht das Ende bevor die aktuelle Talsohle durschritten ist. Die Ur-Kryptowährung Bitcoin hat aber bereits mehrmals ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen. Und jetzt, da die Kleinanleger ihre Wunden lecken, steigen endgültig auch die großen Jungs in den Ring. Das ist der wahrscheinlich wichtigste Megatrend im Jahr 2018. Wir nennen das den „Goldman-Effekt“. Der zweite Trend wird davon direkt angetrieben: Die Regulatoren geraten zunehmend unter Druck, denn institutionelle Anleger brauchen Rechtssicherheit, bevor sie sich in einen Markt wagen.

 

Der Goldman-Effekt

Der bald scheidende Chef von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, musste 2009 viel Kritik einstecken. Seine Bank würde die „Arbeit Gottes“ machen, sagte er damals in einem Interview mit der Londoner Times. Seine Bank habe sogar eine soziale Aufgabe, fügte er hinzu: „Wir helfen den Firmen beim Wachsen. Wachsende Firmen schaffen Werte und Jobs. Wir haben eine soziale Aufgabe.“[13]

Bitcoinanarchisten und puristen der ersten Stunde werden jetzt aufschreien – aber Goldman leistet auch viel für Wachstum und Legitimation des Kryptosektors. Die Investmentbank, die sich schon immer für ein bisschen besser als die Konkurrenz gehalten hat, will das neue Feld als erste erobern. Schon im Sommer 2017 haben die Analysten von Goldman Bitcoin unter die Lupe genommen. Und jetzt das. In einem sorgfältig choreographierten Artikel in der New York Times wurde Anfang Mai bekannt: „Goldman Sachs wird in das Bitcoin-Trading einsteigen.“[14]

Der neue Trading-Desk wird anfänglich in der Abteilung für Fremdwährungen angesiedelt. Leiten wird ihn der 38-jährige Justin Schmidt. Er hatte erst 2017 den Hedgefonds Seven Eight Capital verlassen, um auf eigene Faust mit Bitcoin und anderen Kryptoassets zu handeln. Die in der New York Times beschriebenen Hintergründe der Entscheidung zeichnen ein sehr interessantes Bild von der wachsenden Popularität von Bitcoin an der Wall Street. „Es kommt bei uns an, wenn ein Kunde sagt, dass er Bitcoin oder Bitcoin Futures halten will, weil er glaubt, dass sie einen alternativen Wertspeicher darstellen“, sagte Rana Yared, eine Vorgesetzte von Schmidt bei Goldman. Bitcoin sei kein Betrug, so Yared, aber auch keine Währung. Die Kunden würden die Kryptowährung als wertvollen Rohstoff halten wollen, ähnlich wie Gold.

Möglich gemacht wurde der Einstieg von Goldman in den Bitcoinsektor durch die Einführung von Futures und anderen Derivaten. Denn noch ist es institutionellen Investoren nicht erlaubt, direkt Bitcoin zu kaufen. Man bereite sich aber auf den Tag vor, an dem dies möglich sein wird und überlege, wie man „echte“ Bitcoin im Namen der Kunden auf sichere Art verwahren könne. Die Goldman-Banker sind nicht die einzigen, die bei den Bitcoin-Futures zugreifen. Das tägliche Handelsvolumen der Futures, die an der CME in Chicago gehandelt werden, ist seit Einführung der Papiere im Dezember 2017 um 250% gewachsen.[15] Es gibt noch Luft nach oben. Laut Reuters will ein Fünftel der großen Banken noch 2018 in den Bitcoinhandel einsteigen.[16]

Et tu, J.P. Morgan?

Eine davon dürfte J.P. Morgan sein. Das ist auffällig. Immerhin hat J.P. Morgan-CEO Jamie Dimon sich schon mehrmals als extremer Bitcoinskeptiker gezeigt. Er war es, der Bitcoin einen „Betrug“ nannte.[17] Und er meinte einmal, dass er jeden Mitarbeiter feuern werde, der das Zeug anfasst. Aber nur wenige Monate nach Dimons letzter Tirade kam Mitte Mai 2018 die Meldung: J.P. Morgan arbeitet an einer eigenen Kryptostrategie.[18]

Dafür hat man eigens einen neuen Posten geschaffen und ihn mit dem erst 29-jährigen Oliver Harris besetzt. Der war bisher für J.P. Morgans Fintech-Programm zuständig. Die Pläne dürften bei JP Morgan aber noch nicht so weit gediehen sein wie bei der Konkurrenz. Von direktem Handel mit Kryptowährungen ist bisher keine Rede.[19]

J.P. Morgan-COO Daniel Pinto bestätigte gegenüber dem US-Sender CNBC, dass seine Bank „einen Blick auf den Bereich“ werfe. Dann folgte ein kryptisches Zitat: „Kryptowährungen sind echt, aber nicht in der der aktuellen Form.“[20] Nähere Erläuterungen blieb der mögliche Nachfolger von Jamie Dimon schuldig. Als Dimon zu Beginn des Jahres sein Statement über Bitcoin revidierte und der Blockchain-Technologie sogar eine mögliche Zukunft zuschrieb, war der Einstieg der Bank in den Sektor jedenfalls vorbereitet.

Dimon ist nicht der einzige, der seine Meinung gegenüber Bitcoin geändert hat. Der Währungsspekulant George Soros hatte Bitcoin noch im Januar beim Wirtschaftsforum in Davos als etwas bezeichnet, für das sich nur Diktatoren interessieren würden, die sich etwas beiseitelegen wollen würden. Eine besonders einseitige Betrachtung der Technologie, die es auch den kleinen Leuten erlaubt, Geld an den Diktatoren vorbei zu schaffen – wie man es etwa in Venezuela beobachten kann. Wie dem auch sei: Wie es scheint, hat Soros seine Meinung ohnehin geändert. Anfang April erhielt sein Fonds, in dem 26 Mrd. USD verwaltet werden, das grüne Licht für Bitcoin-Investments erhalten.[21]

 

Rock and Coins

Und auch ein weiterer klingender Name der Finanzwelt ist angekommen: Venrock, der Venture Capital Arm der Rockefeller Familie (Ven steht für Venture, Rock für Rockefeller). Zu den erfolgreichen frühen Investments der Firma zählen Intel und Apple. Jetzt wagt man sich in den Sektor der Kryptowährungen. Anders als George Soros spricht Venrock Partner David Packman auch ganz offen über sein Interesse an der neuen Branche. Konkret hat Venrock eine Partnerschaft mit der Firma CoinFund aus Brooklyn geschmiedet.[22]

CoinFund hat sich auf die Unterstützung von Startups spezialisiert, die ein Geschäftsmodell auf Blockchain-Basis aufbauen wollen. Die beiden Firmen sind bei YouNow investiert, das eine App für Live-Videostreaming anbietet und im vergangenen Jahr einen ICO geplant hat. Ein weiterer Klient von CoinFund ist die kanadische Chat-App Kik, die ihren ICO bereits durchgezogen hat.[23]

David Packman von Venrock sagte zu dem Einstieg seiner Firma in das Blockchain-Geschäft, dass es hier nicht um kurzfristige Gewinne gehe: „Es gibt viele Kryptowährungs-Trader. Es gibt viele Kryptowährungs- Hedgefonds. Das ist anders. Für uns sieht das ein bisschen mehr nach Venture Capital aus.“[24]

Tatsächlich ist Venrock nicht alleine beim Vorstoß in die Welt von Bitcoin und Co. Trotz der anhaltenden Popularität von ICOs (oder gerade deswegen) drängen immer mehr Venture-Capital-Firmen in den Sektor. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres konnten Blockchain-Firmen mehr als 400 Mio. USD an Investmentkapital aufstellen.[25] Wie viele dieser Investments aber langfristig angelegt sind, wie es Venrock vorhat, scheint fraglich. Es sieht so aus, als würden die Investoren sich vor allem in der Pre-Sale-Phase eines ICOs einkaufen – weil ihr Equity sich durch einen ICO bereits im Wert steigert.[26]

Die ICO Bubble wächst weiter

Zum Vergleich: Via ICO wurden dieses Jahr bereits mehr als drei Milliarden USD an Kapital für Blockchain-Firmen aufgestellt. Dass viele Investoren – egal ob sie im Pre-Sale oder im ICO gekauft haben – ihre Anteile oft rasch wieder abstoßen, sollte niemanden wundern. Rund die Hälfte aller durch ICO-finanzierten Projekte ist bereits gescheitert.[27] Viele der derart gestarteten Firmen basieren nur auf dem Papier – auf dem so genannten White Paper.

Es ist keine Überraschung, dass dieser Investmentboom gerne mit der Dot-Com-Bubble verglichen wird. Viele Größen der Szene, von Ethereum-Gründer Vitalik Buterin abwärts, haben oft vor der ICO-Bubble gewarnt. Auch wir haben dem Thema in unseren bisherigen Reports viel Aufmerksamkeit geschenkt und warnen nun erneut vor einem leichtfertigen Umgang mit ICO-Investments. Erst recht, da sich die Regulierungsbehörden ebenfalls auf ICOs eingeschossen haben. Vor allem die Frage, ob eine durch ICO-finanzierte Coin ein Wertpapier darstellt und dementsprechend zu regulieren ist, hängt in der Luft. In den USA wurde diese Frage bereits beraten. Konkret geht es um die Branchenriesen Ethereum und Ripple.

Eine entsprechende Story aus dem Wall Street Journal zu einem angeblichen Meeting der Aufsichtsbehörden im April, hat auf den Märkten für Panik und Verwirrung gesorgt.[28] Bis heute ist unklar, ob das Meeting je stattgefunden hat. Was wir im Zuge der Berichterstattung aber erfahren haben: Ethereum und ähnliche Projekte haben inzwischen viele Fans im mächtigen Tech Sektor. Im Silicon Valley organisieren sich die Verteidiger von Krypto bereits – und zwar ebenfalls angetrieben von Venture Capital Investoren. Die neue Lobby will die Aufseher dazu überreden, wenigstens bereits bestehende und erfolgreiche Projekte wie Ethereum nicht zu Wertpapieren zu erklären. Ihr Argument: Ethereum sei zwar durch einen ICO geschaffen worden, in seiner Struktur inzwischen aber völlig dezentral. Eine endgültige Entscheidung steht hier noch aus. Investoren sollten auf der Hut sein.

 

Betrug ist Betrug – auch auf der Blockchain

Die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC hat sich des Themas zuletzt verstärkt angenommen – und ist auf der Basis der bestehenden Regeln tätig geworden.[29] Betrug ist Betrug, auch auf der Blockchain. So wurden im April die Betreiber der Kryptowährung Centra verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, einen betrügerischen ICO veranstaltet und Anleger um 32 Mio. USD erleichtert zu haben. Centra sollte eine Kryptokreditkarte anbieten und mit Visa und Mastercard zusammenarbeiten – so die Behauptung.

Laut SEC hatte Centra aber nie eine Geschäftsbeziehung zu den beiden Kreditkartenriesen. Einer der beiden mutmaßlichen Betrüger wurde kurz vor seiner Flucht aus den USA verhaftet. „Wir werfen Centra vor, den Investoren das Versprechen neuer, digitaler Technologien verkauft zu haben und dabei eine ausgeklügelte Marketing-Kampagne eingesetzt zu haben, um ein Netz aus Lügen über ihre angeblichen Kooperationen mit legitimen Firmen zu spannen“, sagte Stephanie Avakian, eine Direktorin bei der SEC: „Diese und andere Statements waren einfach falsch“.[30]

Centra war nicht der erste dieser Fälle, der von der SEC untersucht wurde. Im Fall der AriseBank, deren ICO ebenfalls gestoppt wurde, ging es um mehr als 500 Mio. USD. Was den Centra-Fall so besonders macht, ist die Tatsache, dass der berühmte Boxer Floyd Mayweather für den ICO geworben hatte. Die SEC ist in der Folge so weit gegangen, eine eigene Fake-ICO-Seite ins Netz zu stellen. Für das Fake-Projekt „Howeycoins“ haben die Experten der SEC sich sogar die Mühe gemacht, ein White Paper zu schreiben, das von Blockchain-Spezialausdrücken gespickt ist.[31] „Howeycoins“ sollten demnach die globale Tourismusindustrie „disrupten“. Die Website ist aufgebaut wie hunderte andere, die ICO-Investoren gut kennen dürften – inklusive einem Timer für die Bonus-Phase vor dem eigentlichen ICO.

Wer auf „Investieren“ klickt landet auf der eigentlichen Warnungsseite der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde. Samt einer Liste an „Red Flags“ oder Warnzeichen, die man beachten sollte. Etwa, dass prominente Werbeträger potenzielle Investoren eher abschrecken sollten. Die Aktion hatte sicherlich mehr Wirkung als die meisten offiziellen Warnungen, die die SEC und andere Behörden ausgeschickt haben und beweist, dass auch die Aufseher Humor haben.

Jener endet freilich bei potenziellen Preismanipulationen. Das US-Justizministerium hat im Mai eine Untersuchung von möglichen illegalen Praktiken eingeleitet.[32]Dabei geht es etwa um Spoofing, also die Manipulation eines Marktes durch strategisch gesetzte Kauf- oder Verkauf-Orders, die vor der Exekution wieder gelöscht werden. Oder um Wash Trading, also die Manipulation von Preisen, indem ein Marktteilnehmer seine eigenen Orders füllt. Die Milliardäre Mike Novogratz und Cameron Winklevoss, die beide stark im Kryptobereich engagiert sind, haben die Bemühungen der Aufsichtsbehörden begrüßt. „Die faulen Äpfel auszusortieren ist eine gute Sache für die Gesundheit des Marktes“, so Novogratz: „Viele Börsen haben inflationierte Zahlen zum Volumen um die Begeisterung rund um bestimmte Coins anzutreiben.“[33]

Eines ist offensichtlich: Die großen Player drängen in den Markt. Aber nur dort, wo die Regeln klar sind, können sie auch tätig werden. Hinter den Kulissen hat sich deshalb eine Art verborgenes Wettrennen entwickelt. Es geht nicht darum, wer zuerst investiert. Sondern darum, wer sich am besten in Stellung bringt, um zu investieren, wenn es erlaubt ist und die Regeln klar sind. Das erzeugt auch doppelten Druck auf die Behörden: Von ihnen werden rasch Regeln verlangt, die Investoren und Verbrauchern Rechtssicherheit geben ohne den jungen Sektor abzuwürgen.

Wir haben für diese Zusammenfassung den aktuellen Stand in den USA umrissen, weil die Behörden dort zuletzt besonders proaktiv waren. Aber in fast allen Ländern stellen sich die Regierungen dieselben Fragen: Wie kann ich den Bitcoinsektor regulieren ohne ihn dabei abzuwürgen? Dabei kommt es nicht nur zu einem Wettrennen zwischen den Staaten, sondern auch zwischen den nationalen Regierungen und den internationalen Gremien. Wie es aussieht, gewinnen derzeit die Nationalstaaten dieses Rennen.

So soll es in einigen EU-Ländern, etwa in Österreich oder Deutschland, bald verbindliche Regeln zu ICOs geben. Auf EU-Ebene wird aktuell aber keine einheitliche Regulierung angestrebt.[34] Auch die Bemühungen der G20 sind – wie von uns bereits angekündigt – bisher erfolglos. Dass es etwas braucht, sagt aber auch die IWF-Chefin Christine Lagarde. Die Regulierung des Sektors sei „unausweichlich“. Sie wünsche sich aber „einen ausgeglichenen Zugang“.[35]

Eine Börse kann man kaufen

Auch die Marktteilnehmer bereiten sich längst auf eine Welt mit klareren Regeln rund um Bitcoin und Co vor. Fast zeitgleich mit der Goldman-Story aus der New York Times gab Intercontinental Exchange (ICE), die Mutterfirma der New Yorker Börse bekannt, an einem Tool für den Bitcoin-Handel zu arbeiten. Auch die Technologie-Börse Nasdaq befindet sich bereits in den Startlöchern. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass Nasdaq überlegen wird, zu einer Börse für digitale Kryptowährungen zu werden“, sagte die Nasdaq-Geschäftsführerin Adena Friedman Ende April. Am selben Tag gab Nasdaq eine Kooperation mit der amerikanischen Bitcoin-Börse Gemini bekannt. Einigen Meldungen zufolge könnte die zweitgrößte Börse der Welt bereits im Oktober 2018 mit dem Bitcoin-Handel beginnen.[36]

Die Meldungen passen perfekt zu den Plänen von Goldman und anderen Banken. Denn die großen institutionellen Player brauchen große und regulierte Börsen, an denen sie ihre Trades durchführen können. Goldman kann nicht einfach einen Binance Account eröffnen.

Was man aber kann: Eine Börse kaufen. Das hat jedoch nicht die Investmentbank selbst getan, sondern das Startup Circle, das von Goldman finanziell unterstützt wird. Circle hat sich Ende Februar die beliebte Krypto-Börse Poloniex einverleibt.[37] Dem NYT-Journalisten Nathaniel Popper wurden Slides aus einer internen Präsentation zugespielt, die die Motivation hinter dem Zukauf erklären: Circle will Poloniex als eigenständige Börse weiterführen. Man strebt aber eine enge Zusammenarbeit mit der Wertpapieraufsicht SEC an. Das Ziel: Circle will Poloniex zur ersten in den USA regulierten Krypto-Börse machen.[38]

Wörtlich heißt es auf den Slides: „Als erste regulierte Krypto-Börse wird Circle eine Plattform für alle Formen aufstrebender Krypto-Token bieten können. Das beinhaltet Token, die von der Aufsicht als Wertpapiere gesehen werden. Wir glauben, dass der Markt für Wertpapier-Token weiterwachsen wird, was die Nachfrage nach Infrastruktur treibt.“ Circle (und wohl auch die Geldgeber bei Goldman) bereiten sich also schon auf eine Welt vor, in der regulierte Wertpapiere als Token auf Blockchain-Basis gehandelt werden. Die Pläne gehen noch weiter: Circle will sogar eine Kryptowährung, die eins zu eins an den Dollar gebunden ist, auf den Markt bringen. Ein Krypto-Dollar von einer Firma, die von Goldman Sachs gedeckt ist, wäre wohl ein echter Gamechanger für den Handel. Die Frage der Regulierung ist aber auch hier noch völlig offen.

Wir gehen davon aus, dass das Rennen um die Bitcoin-Infrastruktur gerade erst begonnen hat. Aber dass für jeden Schritt die Frage der Rechtmäßigkeit erst zu klären ist, schreckt viele institutionelle Player noch ab. Manche, wie der riesige Fondsanbieter Vanguard, bleiben dem Sektor überhaupt ganz fern. „Sie werden von uns nie einen Bitcoin-Fonds sehen“, sagte CEO Tim Buckley Ende Mai: „Wir halten uns fern von Assets, die keinen grundlegenden wirtschaftlichen Wert haben und keine Einkünfte oder Cash Flows generieren.“[39]

Konflikt der Generationen

Freilich: Ähnlich wie Warren Buffett, der keine Gelegenheit auslässt um auf Bitcoin zu schimpfen, haben auch Anbieter wie Vanguard kein Interesse daran, Bitcoin als Investment allzu attraktiv erscheinen zu lassen. Sie wollen, dass die Menschen ihr Geld in traditionelle Anlageklassen stecken. Hinter diesen Positionen steckt mehr als nur die Debatte rund um die Blockchain-Technologie. Hier zeigt sich ein Konflikt der Generationen. Millenials, also Menschen zwischen 18 und 39, sind von der letzten Finanzkrise starkgezeichnet. Das ist auch die Generation, die großteils mit dem Internet groß geworden ist. Eine Reihe von Studien zeigen, dass Millenials am ehesten an Krypto-Investments interessiert sind.[1] Für Anbieter klassischer Anlageprodukte ist diese Millenial-Kombination aus Technologie-Vertrauen und Misstrauen gegenüber dem Finanzssystem ein gefährlicher Cocktail. Wir erwarten, dass etablierte Player wie Buffett oder Vanguard sich deshalb immer extremer gegen Bitcoin stellen werden. Andere wie Goldman haben sich bereits für den proaktiven Weg entschieden und wollen bei der institutionellen Erschließung des neuen Sektors vorne mit dabei sein. Und wieder andere, wie JP Morgan, haben bereits gezeigt, dass sie umdenken können – und müssen.

 

Nicht zuletzt der phänomenale wirtschaftliche Erfolg teils dubioser Kryptobörsen wird die großen Player auf den Sektor aufmerksam gemacht haben. Die Top 10 Börsen heben pro Tag rund drei Millionen Dollar an Gebühren ein. Alleine die zwei größten Börsen, Binance und OKEx, sehen ein tägliches Handelsvolumen von rund 1,7 Mrd. USD pro Tag. „Die Börsen gehören zu den größten Gewinnern in diesem Sektor, weil sie es den Leuten erlauben, am Handel teilzunehmen“, so Gil Luria, Research-Direktor von D.A. Davidson: „Es gibt hier ein großes Geschäft und es würde mich nicht wundern, wenn sie hunderte Millionen oder sogar Milliarden an Gewinn machen pro Jahr. “[41]

Noch ist freilich völlig offen, ob die Kryptobörsen von heute auch morgen noch Relevanz haben. Platzhirsch Binance ist kaum ein Jahr alt. Wenn etablierte Anbieter wie Nasdaq wirklich auf den Markt drängen, werden sie sicherlich viele Investoren anziehen können. Aber davon sind wir noch weit entfernt. Auch im Generationenkonflikt der Börsen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Inzwischen gebührt einem Player besondere Aufmerksamkeit: Coinbase. In den Kryptoforen wird nicht ohne Grund fieberhaft dazu spekuliert, welche Coin als nächste auf der Coinbase-Plattform landen wird. Die Firma gibt derzeit innerhalb des Sektors tatsächlich den Takt vor. Die de facto Standard-App für Bitcoin Einsteiger hat inzwischen 20 Millionen Kunden – mehr als der traditionelle US-Vermögensverwalter Charles Schwab. Die US-Firma expandiert derzeit gleich in mehrere Richtungen gleichzeitig. Die App ist in 32 Ländern verfügbar. Und Coinbase hat kürzlich einen Kryptofonds lanciert. Der ist zwar bisher nur für amerikanische Investoren zugänglich und auch nur dann, wenn sie mindestens eine halbe Million Dollar investieren. Aber alleine der Name, den Coinbase der neuen Abteilung gegeben hat, zeigt wohin die Reise geht: Coinbase Asset Management.[42]

Coinbase betreibt mit Gdax auch eine eigene Börse, die bald unter dem Titel „Coinbase Pro“ neu aufgestellt wird. Außerdem hat Coinbase gerade Paradex gekauft. Diese „dezentrale“ Börse übernimmt nicht die Lagerung der Token, sondern erlaubt es den Usern, direkt miteinander zu handeln. Beobachter vermuten, dass die Akquisition von Paradex ein Schritt in Richtung der Integration von Ethereum-basierten ERC20-Token auf Coinbase sein könnte. Bisher bietet man auf der App ja lediglich vier Kryptowährungen an: Bitcoin, Ethereum, Litecoin, und BCash.[43]

 

Bitcoin ist im Mainstream angekommen

Last but not least ist Coinbase zuletzt auch in den Venture Capital Sektor eingestiegen und hat einen eigenen Incubator-Fonds für Startups aus dem Kryptosektor geschaffen. "Es kann sogar sein, dass wir in Firmen investieren, die aussehen wie Konkurrenten von Coinbase“, heißt es dazu von Coinbase: „Wir haben eine langfristige Perspektive und glauben, dass verschiedene Zugänge gesund und gut sind.“[44]

Prognosen sind immer schwierig. Aber die mannigfaltigen Aktivitäten im Bitcoinsektor in den vergangenen Monaten zeigen, dass Kryptowährungen nach dem Crash vom Januar 2018 keineswegs erledigt sind. Es ist allerdings weiterhin davon auszugehen, dass nur ein kleiner Teil der im Boom gestarteten Projekte auch langfristig Erfolg haben wird. Die Dominanz von Platzhirsch Bitcoin scheint jedenfalls derzeit nicht gefährdet.

Auf der Infrastrukturseite wird sich in den kommenden Monaten wohl sehr viel tun. Neue Player wie Binance kämpfen mit bereits bekannten Firmen wie Coinbase. Dazu kommt eine stetig wachsende Liste an Quereinsteigern: Von Goldman über Startups wie Revolut oder Börsen wie die Nasdaq. Auch im Kryptosektor selbst tummeln sich immer mehr innovative Projekte. Während der Markt sich von der ICO-Bubble erholt, etablieren sich bereits neue Coins, die nicht mehr auf einer klassischen Blockchain beruhen, wie etwa das im deutschen Sprachraum bereits gut bekannte Projekt Iota.

Bitcoin und der Kryptosektor sind im Mainstream angekommen. Und der Mainstream bei Bitcoin. Aber was das wirklich bedeutet; werden wir erst sehen, wenn das preisliche „Tal der Tränen“ wirklich hinter uns liegt. Und wo die Talsohle liegt, werden wir erst im Nachhinein wirklich wissen.

[1] Vgl. “Naval Academy Rocked by Drug Scandal; Ring Bought Cocaine With Bitcoin,“ Tyler Durden, Zero Hedge, Februar 24, 2018.

[2] Vgl. “Russia Busts Crypto Miners at Secret Nuclear Weapons Lab,” Stepan Kravchenko, Bloomberg, Februar 9, 2018.

[5] Vgl. “The Fundamentals Driving Crypto Trading? There Aren’t Any,” Julie Segal, Institutional Investor, Mai 24, 2018.

[6] Vgl. “A Short Introduction to the World of Cryptocurrencies,” Aleksander Berentsen and Fabian Schär, Federal Reserve Bank of St. Louis Review, 2018, 100(1), pp. 1-16.

[7] Vgl. “Making Sense of Bitcoin Price Levels,” Joost van der Burgt, Federal Reserve Bank of San Francisco, April 2018.

[8] Vgl. “Inside The Bizarre Upside-Down Bankruptcy of Mt. Gox,” Adrianne Jeffries, The Verge, März 22, 2018.

[10 Vgl. “Bitcoin’s Tokyo Whale Sold $400 Million and He’s Not Done Yet,” Go Onomitsu, Bloomberg, März 7, 2018.

[11] Vgl.“Get Ready to see Most Cryptocurrencies Hit Zero, Goldman Says,” Kana Nishizawa, Bloomberg, Februar 7, 2018.

[12] Vgl.“Bitcoin Obituaries,” 99Bitcoins, 2018.

[13] Vgl.“Blankfein Says He’s Just Doing ‘God’s Work,” Dealbook, The New York Times, November 9, 2009.

[14] Vgl.“Goldman Sachs to Open a Bitcoin Trading Operation,” Nathanial Popper, The New York Times, Mai 2, 2018.

[15] Vgl.“The CME recorded an all time record volume of its 5-lot BTC futures yesterday,” Jon Najarian, Investitute, April 26, 2018.

[17] Vgl.“Jamie Dimon Slams Bitcoin as a ‘Fraud’,” Hugh Son, Hannah Levitt and Brian Louis, Bloomberg, September 12, 2017.

[19] Vgl.“JPMorgan has asked 29-year-old highflier to draw up a cryptocurrency strategy,” Oscar Williams-Grut, Business Insider Deutschland, Mai 17, 2018.

[21] Vgl.“George Soros Prepares to Trade Cryptocurrencies,” Alastair Marsh, Saijel Kishan and Katherine Burton, Bloomberg, April 6, 2018.

[22] Vgl.“It Started With the Rockefellers: Now it’s Takin on Crypto,” Robert Hackett, Fortune, April 6, 2018.

[23] Vgl.“VC Firm With Rockefeller Roots Turns to Crypto Startup,” Olga Kharif, Bloomberg, April 25, 2018.

[24] Vgl.“Rockefeller’s VC Arm Venrock Partners With Coinfund, Exec Highlights Focus On Long Term,” Molly J. Zuckerman, CoinTelegraph, April 8, 2018.

[25] Vgl.“Blochain-Startups haben dieses Jahr bereits mehr Investment bekommen als 2017,” Jakob Steinschaden, Fortune, April 6, 2018

[26] Vgl.“Venture Capital Surges Into Crypto Startups,” Olga Kharif and Camila Russo, Bloomberg, März 26, 2018.

[27] Vgl.“46% of Last Year’s ICOs Have Failed Already,“ Kai Sedgwick, Bitcoin.com, Februar 23, 2018.

[28] Vgl.“World’s Second Most Valuable Cryptocurrency Under Regulatory Scrutiny,” Dave Michaels and Paul Vigna, The Wall Street Journal, März 1, 2018.

[29] Vgl.“The SEC Is Finally Cracking Down On ICOS,” Tyler Durden, Zero Hedge, März 1, 2018.      

[31] Vgl.“ICO Howeycoins,” Investor.gov, 2018.

[33] Vgl.“Probe into Bitcoin Price Manipulation Probably ‘A Good Thing’, Novogratz Says,” Camila Russo, Bloomberg, Mai 24, 2018.

[34] Vgl.“ICOs: EU-Kommission plant in naher Zukunft keine einheitliche Regulierung,” Bastian Kellhofer, Trending Topics, März 9, 2018.

[35] Vgl.“An Even-handed Approach to Crypto-Assets,” Christine Lagarde, IMF Blog, April 16, 2018.

[36] Vgl.“Nasdaq Mai Launch Bitcoin Trading in Oktober 2018,” Marko Vidrih, Medium, April 27, 2018.

[37] Vgl.“Circle Acquire Poloniex,” Sean Neville and Jeremy Allaire, Circle, Februar 26, 2018.

[38] Vgl.tweet by Nathanial Popper on Twitter, Februar 26, 2018.

[39] Vgl.“Vanguard chief: You will never Vgl.a bitcoin fund from us,” Thomas Franck, CNBC, Januar 22, 2018.

[40] Vgl.“A bitcoin bubble made in millennial heaven,” Financial Times, 2018.

[41] Vgl.“Crypto Exchanges Are Raking in Billions of Dollars,” Camila Russo, Bloomberg, März 5, 2018.

[42] Vgl.“The SPY of Crypto? Coinbase Launches Cryptocurrency Index Fund,” Tyler Durden, Zero Hedge, März 6, 2018.

[43] Vgl.“Coinbase acquires cryptocurrency trading platform Paradex,” Anna Irrera, CNBC, Mai 23, 2018.

[44] Vgl.“Bitcoin exchange Coinbase launches early-stage venture fund,” Kate Rooney, CNBC, April 5, 2018.

Written by

Nikolaus Jilch
Nikolaus is a journalist with the daily paper „Die Presse“ in Austria. Among other things, he covers monetary policy, precious metals, and general macro topics. He is also the author of a weekly finance column called „Wertsachen“. Nikolaus has been writing about Bitcoin and the blockchain since 2012.

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