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Incrementum Insights: Krypto-währungen und das Finanzwesen

Wir möchten Stefan Kremeth herzlich für seinen Beitrag zu diesem Kapitel danken. Stefan ist CEO der Incrementum AG in Liechtenstein. Bevor er zu Incrementum kam, arbeitete Stefan für UBS, Sal. Oppenheim und Lombard Odier. Er ist ebenfalls Autor des wöchentlichen Newsletters Stefan’s Weekly, der neben anderen Finanzthemen praktische Fragen zu Aktien, Rohstoffen und Rentensystemen behandelt.

In diesem Gespräch berichtet der CEO von Incrementum, Stefan M. Kremeth, über seine Erfahrungen mit Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie. In diesem Interview sprechen wir einige Missverständnisse über Kryptowährungen an und welche Aufgabe seinem Unternehmen in diesem Bereich zukommt.

 

Kannst Du uns ein bisschen über die Incrementum AG und über Dich erzählen?

2013 wurde die Incrementum AG, als lizensierte Vermögensverwaltungs-gesellschaft gegründet. Heute sind wir insgesamt vier gleichberechtigte Teilhaber. Neben mir Ronald Stöferle, Mark Valek und Dr. Christian Schärer.

Meine Karriere im Finanzwesen begann, als ich ein junger Mann war. Nach einer Ausbildung bei der UBS arbeitete ich für die Bank in verschiedenen Ländern. Nach einiger Zeit wechselte ich den Arbeitgeber und bekleidete leitende Positionen in zwei Privatbanken. Parallel dazu besuchte ich die Swiss Banking School und erwarb einen Executive MBA im Bereich International Asset Management der Universität Liechtenstein. Danach habe ich mein Studium an der Durham University in England fortgesetzt. Ich bin derzeit Teilzeit-Doktorand an der Business School in Durham.

 

Wie unterscheidet sich der Crypto Space vom traditionellen Finanzplatz?

Sehr stark. Zuallererst passiert alles schneller. Die Kosten wurden minimiert. Im Vergleich zum traditionellen Bankwesen kann ein breiterer Teil der Bevölkerung Finanzdienstleistungen im Crypto-Bereich in Anspruch nehmen. Personen, die normalerweise keinen Zugang zu Kapital oder Bankeinrichtungen haben, können über das Internet auf Finanzdienstleistungen zugreifen.

Meiner Meinung nach ist dieser „integrative“ Aspekt der Blockchain-Technologie revolutionär. Kapitalmarkttransaktionen werden dank der Blockchain-Technologie einfacher, schneller, billiger und weltweit verfügbar.

 

Siehst Du häufige Missverständnisse in Bezug auf Kryptowährungen und Blockchains?

Ja, durchaus. Es besteht der falsche Eindruck, dass immaterielle Vermögenswerte keinen Wert hätten. Dies ist jedoch nicht der Fall: Einige Kryptowährungen sind durch materielle Vermögenswerte abgesichert, einige bieten Zugang zu potenziellen Erträgen und einige bieten Zugang zu einem Netzwerk.

Wir können dieses Argument auch anders herum betrachten. Wenn ich falsch liege und immaterielle Vermögenswerte keinen Wert haben, würde dies auch für viele andere Anlageklassen gelten. Zum Beispiel sind Fiatwährungen meist nicht greifbar. Obwohl Fiatwährungen von einer Regierung gedeckt werden, die Einkommen besteuern kann, werden Fiatwährungen meiner Meinung nach dadurch nicht greifbar.

Aber ich denke, wir stehen am Anfang der Blockchain-Revolution. Wir von Incrementum glauben, dass viele der Kryptowährungen, die wir heute sehen, kurz- bis mittelfristig verschwinden werden. Einige besitzen das Potenzial zu bleiben, und einige davon über einen langen Zeitraum. Wenn Kryptowährungen bestehen bleiben, bin ich davon überzeugt, dass die Regulierungsbehörden sie wie jede andere Investition regulieren werden. Dies sollten sie sowieso tun, um das Spielfeld für alle finanziellen Vermögenswerte zu ebnen.

Die Technologie wird fortbestehen. Wenn ein junger Mensch eine fantastische Idee hat, aber irgendwo in Bangladesch mit begrenztem Zugang zu Finanzmärkten sitzt, erlaubt es ihm die Blockchain-Technologie den globalen Kapitalmarkt zu erschließen. Mit einer Internetverbindung kann er Leute finden, die bereit sind, seine Idee im Tausch gegen virtuelle Tokens zu finanzieren. Die Blockchain hilft Menschen dabei, Geschäfte zu machen, und davon bin ich begeistert.

Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber geschichtliche Ereignisse, Vorschriften und hohe Kapitalanforderungen beschränken den Marktzugang für Neuankömmlinge. Die Blockchain-Technologie kann Barrieren für Kapital und Finanzdienstleistungen wie Kreditvergabe, Kreditaufnahme und Sparen reduzieren.

 

Siehst Du eine Rolle für Incrementum im Crypto Space? Incrementum veröffentlicht den Crypto Research Report, aber sind noch weitere Produkte in Vorbereitung?

Ja. Da wir eine Zukunft für die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen sehen, arbeiten wir an passenden Produkten. Wie bereits erwähnt erstellen wir einen vierteljährlichen Forschungsbericht zum Thema Kryptowährungen, den Crypto Research Report. Wir haben uns entschlossen, einen Crypto Research Report zu schreiben, weil wir unsere eigene Wissensbasis zu diesem Thema aufbauen wollten. Zweitens möchten wir ein breiteres Publikum darüber informieren, was in diesem Bereich tatsächlich passiert. Der Bericht ist unvoreingenommen und informativ. Wir geben niemals Anlageempfehlungen. Unser anderer Bericht, In Gold We Trust, hat sich zu einem Standardwerk für Goldmarkt-Interessierte entwickelt. Wir hoffen, dass der Crypto Research Report für Marktteilnehmer, die an der Blockchain-Technologie interessiert sind, genauso zu einem Leitfaden wird, wie es der In Gold We Trust Report bereits für den Goldmarkt ist.

Gleichzeitig haben wir die Nachfrage auf dem Markt nach einem Krypto-Fonds erkannt. Nicht jeder möchte Wallets auf Börsen anlegen, die wenig bis gar keine Geschichte haben. Viele Leute wünschen sich aus steuerlichen und regulatorischen Gründen konsolidierte Berichte über ihre Vermögenswerte. Wir glauben, dass ein reguliertes Produkt, das ein diversifiziertes Portfolio aus Kryptowährungen enthält, für Anleger interessant sein wird. Natürlich müssen diese Anleger wissen, dass Kryptowährungen sehr volatil sind. Ein Unternehmen, das von Finanzmarktaufsichtsbehörden reguliert wird, hat jedoch eine transparente Buchführung. Ein guter Ruf kann Investoren dabei helfen, sich diesem Markt mit einem angemessenen Risikomanagement anzunähern. Wir haben gemeinsam mit einer Depotbank und einem Fondsadministrator einen Antrag bei der liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht eingereicht, welcher vor kurzem genehmigt wurde. Wir arbeiten nun also an der Auflegung eines Fondsproduktes für professionellen Investoren.

Du hast erwähnt, dass der Crypto Research Report keine Anlageberatung bietet. Warum das?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Erstens kann ein neutraler und informativer Bericht von einem viel breiteren Publikum genutzt werden, was unsere Markenpräsenz weltweit erhöhen wird. Wir möchten zeigen, dass Incrementum die Nase vorn hat, indem es die Leser über den Markt informiert. Wenn unser Bericht gut gemacht ist, hat er das Potenzial, zum allgemeinen Branchenstandard für Kryptowährungen zu werden. Zweitens gibt es einen regulatorischen Grund. Wir möchten nicht in die Lage geraten, dass unsere Leser ihre Anlageentscheidungen ausschließlich auf der Basis unseres Berichts treffen. Als Vermögensverwalter könnten unsere Leser uns verklagen, wenn sie aufgrund unserer Empfehlungen Geld verlieren. Incrementum arbeitet mit Wissenschaftlern der Universität Liechtenstein zusammen, um die wissenschaftliche Genauigkeit und Relevanz des Crypto Research Report zu erhöhen; allerdings machen wir die akademische Forschung für jeden verständlich.

 

Wenn der Bericht kostenlos ist, wie trägt er dann zum Geschäftsergebnis von Incrementum bei?

Dank der Neutralität des Berichts sind wir in der Lage, Sponsoren wie die Bank Vontobel zu finden, die von der Kryptowährungsforschung profitieren und ihren Bekanntheitsgrad im Crypto Space dadurch steigern können. Wir bevorzugen Sponsoren aus verschiedenen Geschäftsbereichen. Unsere Sponsoren können Dienstleistungen wie Fondsverwahrung, Kryptowährungsbörsen oder Kryptowährungs-Tracker bewerben. Wir suchen weitere Sponsoren und halten Firmen dazu an, uns bei Interesse zu kontaktieren.

 

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Demelza Hays has been conducting research in the field of crypto-related assets since 2013. In addition to teaching a course on cryptocurrency at the University of Liechtenstein, Ms. Hays regularly presents and writes on the topic of cryptocurrencies. Her work has been published in several distinguished print and online magazines including Forbes, Der Standard, and the Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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