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Anforderungen an einen investierbaren Krypto-Index von institutionellen Investoren

Key Takeaways

  • Indizes, die als Benchmark fungieren müssen investierbar und replizierbar sein.
  • Um für institutionelle Investoren investierbar zu sein, müssen Kryptowährungen von professionellen Verwahrstellen in Verwahrung genommen werden können.
  • Der LY Incrementum Krypto Index berücksichtigt die Anforderungen von institutionellen Kunden hinsichtlich Investierbarkeit, Verwahrbarkeit und Replizierbarkeit.

Die Schaffung einer Benchmark für den Krypto-Markt im Frühstadium

Das zurzeit komplexe Marktumfeld für Krypto-Assets inspirierte mit LIMEYARD und Decentriq zwei in der Schweiz ansässige Unternehmen zu einer gemeinsamen Innovation: Sie haben einen umfassenden Krypto-Asset-Index entwickelt, der die Dynamik des gesamten Marktes erfassen und gleichzeitig die regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bewältigen soll. Denn für Investoren muss ein Index handelbar sein, d. h. die Liquidität vorhanden und das Rebalancing machbar sein. Zudem werden an den Markt für Krypto-Assets besondere regulatorischen Anforderungen gestellt. So dürfen beispielsweise sogenannte Privacy Coins nicht Teil eines Investments sein oder aber es dürfen nur Coins in ein Portfolio aufgenommen werden, die an einer Börse gehandelt werden. In der Vermögensverwaltung können grundsätzlich zwei Ansätze verfolgt werden, eine aktive und eine passive Vermögensverwaltung:

  • Aktive Vermögensverwalter verwenden in der Regel eine Benchmark, um die Performance ihres Portfolios zu vergleichen. Markteffizienz und preissystematische Risiken bewerten sie anhand der von ihnen gewählten Benchmark. Um eine optimale Anlagestrategie zusammenzustellen, wenden Vermögensverwalter verschiedene Risikomodelle an und vergleichen die bisherige Performance der Strategie mit der zugrunde liegenden Benchmark. Eine langfristige Outperformance, also ein Mehrertrag, ist dabei das angestrebte Ziel. Die Benchmark selber ist performance-unabhängig.
  • Passive Vermögensverwalter (z.B. ETF-Anbieter) hingegen investieren in ein Portfolio, das einem Index folgt. Deren grundlegende Frage ist: Welche Strategie, welches Thema, welche Region, welcher Sektor könnte eine günstige Investitionsmöglichkeit für Investoren sein? Der ETF-Anbieter bildet einen Faktor/Risikomodell-basierten Index ab, z.B. einen Low-Volatility-Index, einen Momentum-Index oder einen Qualitätsindex.

 

Sowohl für den aktiven als auch den passiven Vermögensverwalter hat „das Abbilden des Marktes“ die gleiche Bedeutung. Für letzteren spiegelt das Indexkonzept jedoch eine Anlagestrategie wider. Mit anderen Worten: Aktive Manager nutzen die Benchmark, um den Gesamtmarkt zu verfolgen. Sie agieren daher performance-unabhängig, solange die Performance mit der Gesamtperformance des Marktes übereinstimmt. Für passive Investoren hingegen stellt der Index eine Anlagestrategie mit dem Ziel dar, eine langfristig positive Performance zu erzielen. In beiden Fällen ist der Index regelbasiert, d. h. er unterliegt keinen diskretionären Ermessensentscheidungen.

Die Zusammenstellung eines Index, der den Markt genau abbildet, erfordert die Berücksichtigung von drei Hauptfaktoren: 1.) eine Reflexion über die Marktdynamik; 2.) die Einhaltung der jeweiligen Regeln; 3.) die Verhinderung von Manipulationen.

  1. Reflexion über die Marktdynamik: Diese erfordert, dass genügend Daten berücksichtigt werden, da Daten der Hauptbestandteil jeder Benchmark sind. Werden zu wenig Daten berücksichtigt, birgt dies das Risiko, dass ein Markt nicht ausgewogen dargestellt wird.
  2. Einhaltung entsprechender Regeln: Um vollständig regelbasiert und transparent zu sein, muss die Methodik eines Index unter allen Marktbedingungen anwendbar sein.
  3. Verhinderung von Manipulationen: Interne betriebliche Prozesse müssen so gestaltet sein, dass eine Manipulation des Index unmöglich ist. Das war zuletzt ein Problem im Zusammenhang mit dem LIBOR-Skandal im Jahr 2011. IOSCO, die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden, hat die „IOSCO Principles for Financial Benchmarks“ definiert. Diese bestehen aus insgesamt 19 Prinzipien, an die sich Indexanbieter halten müssen. LIMEYARD hat diese allesamt umgesetzt und lässt die Einhaltung jährlich überprüfen.

Die Schaffung des LIMEYARD Crypto Asset Index (LYCAI)

LIMEYARD und Decentriq standen bei der Schaffung eines umfassenden Krypto-Marktindex vor zwei grossen Herausforderungen: Wie geht man mit (1) einem hochdynamischen Markt um, der in seiner Gesamtentwicklung durch zahlreiche, teilweise unbekannte Faktoren, beeinflusst ist. Wie handhabt man (2) zudem die praktischen Anforderungen, um den Index regel-basiert, transparent und konform zu machen. Aus dieser anspruchsvollen Aufgabe resultierte schließlich der LIMEYARD Crypto Assets Index (LYCAI), der die 20 größten öffentlich handelbaren Krypto-Assets umfasst.

Um Bestandteil des LYCAI zu sein, muss ein Krypto-Vermögenswert mehrere Parameter erfüllen. So sollte er eine ausreichende Robustheit, Liquidität und Handelbarkeit gewährleisten. Der Index wird rund um die Uhr in Echtzeit berechnet, wobei die Handelsdaten von acht verschiedenen Börsen verwendet werden. Dass die Daten von mehreren vertrauenswürdigen Börsen kommen, erhöht die Robustheit des Index gegenüber Ausfällen auf Börsenebene und Preismanipulationen, was eine angemessene Darstellung des zugrundeliegenden Marktes ermöglicht. Die ausgewählten Börsen verfügen über eine vergleichsweise hohe Liquidität. Darüber hinaus berücksichtigt LIMEYARD nur Vermögenswerte, die an mindestens zwei vertrauenswürdigen Börsen gehandelt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass, falls eine Handelsbörse technische Probleme haben sollte, der Index weiterhin mit Preisdaten über den gesamten vordefinierten Anlagensatz versorgt wird. Der Algorithmus zur Aggregation der Preisdaten berücksichtigt sowohl das Volumen als auch Ausreißer und reduziert unerwünschte Ausschläge auf das Indexniveau, die in einem jungen und fragmentierten Markt wie dem Krypto-Markt eben auftreten können. Darüber hinaus kommen nur Vermögenswerte in Frage, die beim Handelsvolumen unter den ersten 60 Prozent liegen.

Zudem berücksichtigt der Index nur solche Vermögenswerte, deren Protokolle nicht darauf ausgelegt sind, Anonymität zu gewährleisten. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass der Index mit illegalen Transaktionen in Verbindung gebracht wird und dass ein gewisses Mass an Transparenz für Steuerzwecke gewahrt wird. Mit diesem Kriterium haben LIMEYARD und Decentriq die Bedenken der Regulierungsbehörden aufgegriffen und versucht, den Verstoss gegen die KYC/AML-Standards bei der Verwendung des LYCAI als Basiswert für Finanzinstrumente zu begrenzen. Um eine echte Diversifikation zu ermöglichen und die Bitcoin-Dominanz innerhalb des Marktes auszugleichen, glättet der Index die Marktkapitalisierung der einzelnen Indexwerte durch einen exponentiellen gleitenden Kursdurchschnitt über den Monat vor dem jeweiligen Stichtag. Die Gewichtungen werden von einer Sigmoid-Funktion abgeleitet, die hohe Werte bestraft, ohne ein striktes Limit festzulegen. Durch die Gewichtungsmethode ist die Allokation grosser Vermögenswerte im Vergleich zu anderen Indizes ausgewogen. So betrug beispielsweise die Gewichtung von Bitcoin und Ethereum per Ende Oktober 2018 39,30 Prozent bzw. 17,80 Prozent. Im Vergleich dazu liegen die Gewichtungen beim Crypto Markt Index bei mehr als 60 Prozent bzw. 13 Prozent und 30 Prozent (Cap) bzw. 23,46 Prozent für den Bloomberg Galaxy Crypto Index.

Der LYCAI-Index ist also als echte Benchmark für die Bemessung von Krypto-Fondsperformance anzusehen. Der Index erfüllt alle IOSCO-Anforderungen sowie die aktuellen Bedenken der Regulierungsbehörden, welche diese in Bezug auf Krypto-Assets ausdrücklich geäußert haben.

Ein Krypto Index für Insitiutionelle Investoren

Unterschiedliche Kunden haben allerdings unterschiedliche Anforderungen. Aus diesem Grund haben wir den LY Incrementum-Index an die Erfordernisse von Incrementum angepasst. Um in der Praxis vollständing replizierbar zu sein, bedarf es im Bereich von Krypto Investments noch ein paar Nebenbedingungen. Auf dem LIMEYARD Crypto Asset-Index aufbauend zeichnet sich der LY Incrementum-Index durch folgende Abweichungen aus:

  • Krypto-Assets im Index müssen mittels Cold-Storage-Hardware-Einrichtungen aufbewahrt werden können, um so von Schweizer Versicherungsgesellschaften versichert zu werden.
  • Krypto-Assets müssen eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Millionen Dollar haben.
  • Die Anzahl der Krypto-Vermögenswerte wird auf zehn beschränkt, um die Transaktionskosten für das Rebalancing zu reduzieren.

Dieses leicht überarbeitete Indexkonzept erweist sich als sehr solide. So liegt die Einjahresrendite bei 16,10 Prozent, während der LYCAI eine Einjahresrendite von 0,58 zu verzeichnen hat. Die einjährige annualisierte Volatilität beträgt 96,49 Prozent, verglichen mit 97,06 Prozent bei LYCAI. Die einjährige Volatilität wird hauptsächlich von Bitcoin getrieben, dem grössten Vermögenswert in beiden Indizes. Zudem macht die geringere Anzahl von Assets im LY Incrementum Index den Index handelbarer als das Gegenstück des LYCAI, der in erster Linie den gesamten Krypto-Markt repräsentieren soll.

Abschliessendes Fazit

Das auf der CME-Plattform gehandelte Volumen von Bitcoin-Futures wächst stetig und das durchschnittliche Tagesvolumen liegt derzeit bei mehr als 162 Millionen USD. Verschiedene führende Investmentbanken und traditionelle Börsen führen interne Projekte durch, um nicht nur die Handelbarkeit von Bitcoin, sondern auch die von anderen Krypto-Assets weiter voranzutreiben. Viele Projekte wurden bereits angekündigt, andere werden voraussichtlich in Kürze bekannt gegeben werden. Aus diesem Grund investiert LIMEYARD weiterhin in strategische Partnerschaften und in die Entwicklung einer breiteren Krypto-Indexfamilie. Schließlich sollen auch Anlagestrategien für das Segment der passiven Vermögensverwaltung abdeckt werden.

Written by

Patrick Valovic
Patrick Valovic is a founder, managing partner, industry trained CFO and operating partner. He combines savvy and experience with the practical leadership crucial in smaller cap environments. He is also used to positions in which he fulfils the role of operating partner, engineering short-term improvements with an emphasis on tight resources and good quarterly results. Patrick has co-steered M&A deals worth up to EUR 1bn+.

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